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Schnupfen



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Schnupfen (Rhinitis): Entzündung der Nasenschleimhaut mit Ausfluss von Nasensekret und behinderter Nasenatmung.

Erkältungsschnupfen (virale Rhinitis, akute Rhinitis): Virusbedingte Entzündung der Nasenschleimhaut.

Chronischer Schnupfen: Dauerhaft anhaltende Entzündung der Nasenschleimhaut.

Fast jeder Mensch leidet ein oder mehrere Male im Jahr unter Schnupfen, die Beschwerden und die Behandlung unterscheiden sich jedoch stark je nach Ursache. Typisch ist immer eine laufende Nase (Rhinorrhoe) mit Ausfluss von Nasensekret und eine behinderte Nasenatmung (verstopfte Nase).

Der typische Erkältungsschnupfen ist die häufigste Erkrankung überhaupt. Er wird in der Regel durch Viren verursacht und geht meist mit Erkältungskrankheiten oder einem grippalen Virusinfekt einher. Er tritt vorrangig in den Herbst- und Wintermonaten auf, da Frieren und Unterkühlung die Infektanfälligkeit erhöhen. Ein Schnupfen im Rahmen einer Erkältung ist zwar lästig, in aller Regel jedoch harmlos und nach etwa einer Woche wieder vorbei.

Leitbeschwerden

  • Meistens beginnend mit Niesreiz und leichtem Jucken in der Nase
  • Ausfluss von zunehmend zähflüssigem Nasensekret
  • Zunehmende Behinderung der Nasenatmung
  • Hautrötung am Naseneingang („Schnupfennase“)
  • Andere Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten, Abgeschlagenheit, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, Frösteln und gelegentlich Fieber.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn der Schnupfen sich nach sieben Tagen nicht gebessert hat

Heute noch, wenn der Schnupfen mit hohem Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen und starkem Krankheitsgefühl einhergeht – wahrscheinlich liegt dann eine Virusgrippe vor.

Die Erkrankung

Erkältungsschnupfen. Erkältungs- und Grippeviren werden über die Atemluft (Tröpfcheninfektion) oder beim Händeschütteln (Schmierinfektion) übertragen. Etwa 1–4 Tage nach Eindringen der Viren in die Nasenschleimhaut bricht der Erkältungsschnupfen aus. Er beginnt mit einem kurzen trockenen Vorstadium (trockene Nase). Das allmähliche Anschwellen der Nasenschleimhaut behindert zunehmend die Nasenatmung. Nun fängt die Nase an zu laufen, anfangs wässrig (manchmal Blutspuren enthaltend) und nach etwa 2–3 Tagen zähflüssig-schleimig. Auf der durch Viren geschädigten Schleimhaut können sich leicht Bakterien ansiedeln, erkennbar am eitrigen (gelblich-grün verfärbten) Nasensekret. Außerdem ist das Riechvermögen eingeschränkt, die Sprache klingt nasal und das Allgemeinbefinden ist beeinträchtigt.

Unabhängig davon, ob der Schnupfen als Symptom einer Erkältung oder einer Virusgrippe auftritt, kann sich daraus eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Mittelohrentzündung entwickeln.

Chronischer Schnupfen. Chronischer Schnupfen kann ausgelöst werden durch Veränderungen im Nasen-Rachen-Raum (z. B. Tumoren oder eine verkrümmte Nasenscheidewand), chemische und thermische Faktoren (z. B. Luftverschmutzung oder Alkohol), Allergien oder Krankheitserreger.

Nicht selten ist auch der Missbrauch von abschwellenden Nasentropfen oder -sprays schuld. Bei hoch dosiertem Dauergebrauch schwillt die Schleimhaut beim Abklingen der Wirkung als Gegenreaktion verstärkt an. Dann erscheint die Nase verstopfter als zuvor (Rhinitis medicamentosa) und der Patient nimmt erneut Nasentropfen. Langfristige Folgen sind ein Austrocknen und andere Schäden der Nasenschleimhaut.

Das macht der Arzt

Anhand der Untersuchungsergebnisse entscheidet der Arzt, ob Bettruhe und die Behandlung mit rezeptfreien Erkältungsmitteln (siehe Selbstbehandlung) ausreichen. Bei besonders schwerem Verlauf (der dann klinisch eher einer Grippe als einem Schnupfen entspricht) und drohenden Komplikationen verordnet er einen antiviral wirksamen Neuraminidasehemmer z. B. Oseltamivir in Tamiflu®. Allerdings ist dieser nur dann wirksam, wenn er binnen 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome angewendet wird. Bei Anzeichen von bakteriellen Komplikationen wie einer eitrigen Bronchitis oder Lungenentzündung ist eine mehrtägige Antibiotikabehandlung (z. B. Azithromycin in Zithromax® oder Cefixim in Suprax®) erforderlich.

Selbstbehandlung

In aller Regel ist ein Taschentuch das Wichtigste, was man zur „Behandlung“ eines Schnupfens braucht. Denn: Alle Schnupfenmedikamente haben eine begrenzte Wirksamkeit und kürzen den Verlauf der Erkältung letztendlich nicht ab. Trotzdem können Sie die lästigen Beschwerden beim Schnupfen erheblich lindern.

Nasentropfen und -sprays für die Selbstbehandlung sind in der Apotheke frei erhältlich. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Typen:

  • Schleimhautabschwellende Nasentropfen enthalten gefäßverengende Substanzen
    (z. B. Oxymetazolin in Nasivin® oder Xylometazolin in Olynth® oder Otriven®). Sie verringern die Durchblutung der geschädigten Nasenschleimhaut, die dadurch abschwillt und aus der in der Folge weniger Wasser austritt. Die Nase wird dadurch für einige Stunden „frei“. Daher sind diese Präparate zur Nacht eine nützliche Hilfe, vor allem wenn die behinderte Nasenatmung den Schlaf stört. Abschwellende Nasentropfen tragen jedoch nicht zum Abheilen des Schnupfens bei. Die Wirkstoffe sind in aller Regel gut verträglich, vorausgesetzt sie werden nicht länger als 3–5 Tage hintereinander angewendet. Auf Dauer schädigen sie die Nase und können sogar selbst zur Ursache von chronischem Schnupfen werden.
  • Nasensprays mit Salzlösungen (befeuchtende Nasensprays, z. B. Emser Nasenspray®, Rhinospray® Atlantik) tragen zum Abheilen der Schleimhäute bei und verflüssigen das zähflüssig-schleimige Nasensekret. So kann es von den Flimmerhärchen besser abtransportiert und auch leichter ausgeschnäuzt werden. Salzlösungen bewirken kein Abschwellen der Nasenschleimhaut, dafür aber auch keine Gewöhnung.

Inhalieren. Sinnvoll sind auch Dampfinhalationen mit Zusätzen von Kochsalz (ein Esslöffel Salz auf einen Liter heißes Wasser) oder ätherischen Ölen (z. B. Pinimenthol®-Erkältungsinhalat mit Eukalyptus- und Kiefernnadelöl).

Ergänzend kann man 2–3 Tropfen Eukalyptusöl in ein Taschentuch träufeln und dann immer wieder daran riechen; bei stark verstopfter Nase reicht diese Maßnahme allerdings nicht aus.

Schleimlösen. Bei Sekretstau empfiehlt die Naturheilkunde Präparate zur Schleimlösung (z. B. Gelomyrtol®). Myrtol ist ein ätherisches Öl, das u. a. aus je 25 % Limonen und Cineol (dem Hauptbestandteil des Eukalyptusöls) besteht. Seine Wirksamkeit bei Bronchitis und akuter Nebenhöhlenentzündung wurde in zwei Studien bestätigt. Eukalyptusöl gibt es auch in Form von Kapseln (z. B. Aspecton® Eukaps). Es wird schnell in den Blutkreislauf aufgenommen und zu den Atemwegen transportiert, wo es dann zur Erleichterung der Nasenatmung beiträgt. Eine weitere Alternative ist Thymian, das die Sekretabgabe in den Bronchien anregt und die Flimmerhärchen in den Atemwege aktiviert. Außerdem wirkt Thymian auch krampflösend, was den Hustenreiz lindert.

Ätherische Öle dürfen nicht im Gesichtsbereich von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden. Dies betrifft besonders Präparate, die Eukalyptusöl, Menthol und Kampfer enthalten.

Ist das Krankheitsgefühl ausgeprägt, empfiehlt die Phytomedizin die frühzeitige Anwendung von Angocin Anti-Infekt®, das Extrakte von Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel enthält. Bei diesen Inhaltsstoffen handelt es sich um Senfölglukoside. Sie wirken ähnlich gut wie Standard-Antibiotika. Im Vergleich zu Antibiotika verursachen Senfölglukoside aber deutlich weniger Nebenwirkungen und sind daher besser verträglich.

Populär ist die Einnahme von Präparaten aus Sonnenhut (Echinacea purpurea, z. B. Echinacea-ratiopharm® Liquid oder Echinacin®) zur Vorbeugung und Behandlung von Schnupfen und Erkältungen. Der Wirkstoff soll die Aktivität des Immunsystems anregen. Inzwischen ist eine moderate Wirkung relativ sicher belegt.

Trinken. Bei Fieber und starkem Schwitzen sollten Sie ausreichend trinken, am besten Mineralwasser oder Kräutertees mit entzündungshemmenden Bestandteilen (z. B. Kamille oder Salbei). Außerdem helfen fiebersenkende Medikamente (z. B. mit dem Wirkstoff Paracetamol).

Nachsorge. Nach Abklingen des Schnupfens können Sie die strapazierte Nasenschleimhaut mit Nasenöl und -salben pflegen (Selbstbehandlung der trockenen Nase).

Vitamin C. Ob eine Stoßtherapie mit hoch dosiertem Vitamin C den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst, ist umstritten, einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es bislang nicht.

Komplementärmedizin

Homöopathie.Neben der Gabe von Akutmitteln wie Belladonna, Bryonia, Gelsemium oder Nux vomica hält die Homöopathie auch Komplexmittel (z. B. Hevertotox® N Tropfen) bereit, die die körpereigene Abwehrkraft steigern und so die akute Krankheitsphase verkürzen bzw. Komplikationen, wie z. B. eine Nasennebenhöhlenentzündung, vermeiden sollen.

Akupunktur. Die WHO empfiehlt die Anwendung der Akupunktur bei (chronischem) Schnupfen, jedoch steht ein wissenschaftlicher Beleg noch aus.

Vorsorge

Es ist nicht möglich, Erkältungs- und Grippeviren aus dem Weg zu gehen. Allerdings kann man die Widerstandskraft von Nasenschleimhaut und Immunsystem stärken. Dazu gehört das Feuchthalten der Nasenschleimhaut (Selbsthilfe bei trockener Nase). Eine Stärkung der allgemeinen Abwehrkräfte ist ebenfalls sinnvoll, z. B. durch regelmäßige Saunabesuche, viel Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und vitaminreiche Ernährung. Infektanfällige Personen sollten – wenn möglich – den Umgang mit erkälteten Menschen meiden.

Eine große neue Studie befürwortet auch, dass Sonnenhut-Präparate das Auftreten von anschließenden Nasennebenhöhlenentzündungen deutlich senken können.


Von: gesundheit-heute.de; Prof. Dr. med. Gerhard Grevers | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 12:31


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