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Alkoholische Leberschädigung



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Alkoholische Leberschädigung (alkoholtoxische Leberkrankheit): Fortschreitende Schädigung der Leberzellen als Folge jahrelangen Alkoholkonsums. Typischerweise kommt es zunächst zur alkoholischen Fettleber, bei weiterem starkem Alkoholkonsum zur alkoholbedingten Leberzirrhose. Leitbeschwerden sind Druckgefühl im Oberbauch, Mattigkeit, Leistungsschwäche; aber alle Beschwerden können auch fehlen. Besteht bereits eine Fettleber, kann als Folgeerkrankung die Alkoholhepatitis auftreten. Die Schädigungen sind diagnostisch häufig nicht leicht voneinander abgrenzbar.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Beim Betroffenen bemerkt wird, dass er sich an den regelmäßigen Alkoholkonsum gewöhnt hat und alleine nicht mehr gegensteuern kann
  • Ein Leistungsknick, ständiges Druckgefühl im Oberbauch sowie eine gelbliche Hautverfärbung beobachtet werden
  • Der CAGE-Testergibt, dass beim Betroffenen ein Alkoholproblem vorliegt.

Die Erkrankung

Bei regelmäßigem Alkoholkonsum kommt es zu Veränderungen im Leberstoffwechsel. Beim Alkoholabbau anfallende Stoffe, wie Azetaldehyd, schädigen die Leberzellen und führen bei jahrelangem intensiven Alkoholkonsum erst zu einer Leberverfettung (verminderter Fettabbau, gesteigerte Fettsäuresynthese) und dann zu einer bindegewebigen Schrumpfung der Leber (Zirrhose). Als Schwellendosis für die Auslösung dieser Schäden gilt für Frauen die Menge von 30 g Alkohol pro Tag, entsprechend 0,3 l Wein oder 0,6 l Bier; für Männer ist sie doppelt so hoch.

Neben Alkohol können Übergewicht, einige Fettstoffwechselstörungen und Diabetes zu einer Fettleber führen bzw. die genannte Schwellendosis deutlich verringern.

Folgeschaden Alkoholhepatitis. Ist jemand bereits an einer Fettleber erkrankt, kann nach Alkoholexzessen eine Alkoholhepatitis (exogen toxische chronische Hepatitis) auftreten. Diese verläuft oft dramatisch und akut mit Bluterbrechen, rascher Entwicklung einer Bewusstlosigkeit durch Leberausfall und Nierenversagen. 30 % der Patienten sterben. Bei anderen Menschen hingegen verläuft die Erkrankung recht unauffällig. Manchmal kommt es zur Gelbsucht. Auch eine Leberzirrhose, die sich bei fortgesetztem Alkoholmissbrauch entwickelt, verläuft bei vielen Menschen für lange Zeit ohne Beschwerden.

Das macht der Arzt

CAGE-Test. Anhand des CAGE-Tests kann man selbst feststellen, ob man ein Alkoholproblem hat. Werden mehr als zwei der folgenden Fragen mit Ja beantwortet, ist eine Alkoholabhängigkeit wahrscheinlich:

  • C: Frage nach Reduktion des Konsums (Cut down): Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren sollten?
  • A: Frage nach Aufregung (Annoyed): Hat es Sie schon einmal aufgeregt, wenn andere Leute Ihr Trinkverhalten kritisierten?
  • G: Frage nach Schuldgefühl (Guilty): Hatten Sie wegen Ihres Alkoholkonsums schon einmal Gewissensbisse?
  • E: Frage nach Wachmacher (Eye-opener): Haben Sie morgens nach dem Erwachen schon einmal als erstes Alkohol getrunken, um Ihre Nerven zu beruhigen oder den Kater loszuwerden?

Die Diagnosesicherung der Alkoholhepatitis erfolgt durch Bluttests, Ultraschall und manchmal auch durch eine Leberbiopsie. Bei der Therapie ist der wichtigste Grundsatz: Meiden des Auslösers. Drogenentzug, Alkoholabstinenz und psychotherapeutische Unterstützung sind manchmal erfolgreich. Die Rückfallquote ist bei Suchtkrankheiten sehr hoch.

Stellt der Arzt eine Leberverfettung fest, wird er zum sofortigen und endgültigen Verzicht auf Alkohol drängen. Ist der Patient bereits alkoholabhängig, hilft meist nur noch eine Entziehungskur mit anschließender Langzeittherapie.

Prognose

Die Prognose hängt stark vom Ausmaß der Leberschädigung ab und davon, ob der Patient seine Trinkgewohnheiten ändern kann.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis | zuletzt geändert am 30.06.2016 um 16:30


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