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Gehirnentzündung



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Gehirnentzündung (Enzephalitis): Infektionsbedingte Entzündung des Gehirns. Meist sind die Hirnhäute mitentzündet, sodass streng genommen eine Meningoenzephalitis vorliegt. Die Prognose ist je nach Erreger unterschiedlich, wobei die Sterblichkeit mit 70 % bei einer unbehandelten Herpesgehirnentzündung am höchsten ist.

Leitbeschwerden

  • Abnorme Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Psychische Veränderungen, vor allem Unruhe, Verwirrtheit und Wahnvorstellungen
  • Lähmungen, Sprachstörungen, Krampfanfälle
  • Möglicherweise Fieber oder grippeartige Beschwerden.

Die Erkrankung

Häufigste Erreger einer Gehirnentzündung sind Viren, wobei die Gehirnentzündung sowohl direkt durch das Virus hervorgerufen als auch Folge einer „fehlgeleiteten“ Abwehrreaktion des Körpers (parainfektiöse Form) sein kann. Die Zahl der als Ursache infrage kommenden Viren ist groß. Besonders gefährlich ist das Herpes-simplex-Virus, das schwere Verläufe auslöst. Bei einem von 1 000 Erkrankten entsteht im Rahmen einer Maserninfektion eine Masernenzephalitis. Bakterien sind weit seltener die Ursache. Wie bei allen Infektionen ist auch das Risiko einer Gehirnentzündung in Zeiten einer Abwehrschwäche erhöht.

Das macht der Arzt

Um die Entzündung und möglicherweise auch den Erreger festzustellen sowie andere Ursachen, etwa einen Tumor, auszuschließen, werden im Krankenhaus Blut- und Liquoruntersuchungen, ein CT oder ein Kernspin und meist auch ein EEG durchgeführt. Häufig lässt sich hierdurch eine Entzündung, nicht aber der Erreger feststellen, insbesondere ist der Nachweis oder Ausschluss der gefährlichen Herpes-simplex-Infektion trotz diagnostischer Fortschritte nicht immer möglich. Meist wird eine Kombination aus Antibiotika und einem gegen das Herpesvirus gerichteten Medikament eingesetzt, um alle Behandlungsmöglichkeiten zu nutzen. Zusätzlich werden die Symptome behandelt, z. B. Krampfanfälle medikamentös unterdrückt.

Vorsorge

Einige Erreger von Gehirnentzündungen werden durch die allgemein empfohlenen Impfungen mitbekämpft, etwa das Masernvirus. Ansonsten ist eine Vorbeugung nicht möglich.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Nicole Menche | zuletzt geändert am 25.04.2016 um 17:25


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