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Hydrozephalus



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Hydrozephalus: Erweiterung der liquorgefüllten Hohlräume des Gehirns infolge eines Ungleichgewichts zwischen Liquorproduktion und Liquorabfluss. Dies hat eine Hirndrucksteigerung und bei kleinen Kindern auch eine Vergrößerung des Kopfs (umgangssprachlich Wasserkopf) zur Folge. Eine Sonderform ist der Normaldruckhydrozephalus, von dem vorwiegend ältere Menschen betroffen sind.

Leitbeschwerden

  • Bei kleinen Kindern Vergrößerung des Kopfs mit vorgewölbter Stirn, deutlich sichtbaren Hautvenen am Schädel, später Teilnahmslosigkeit, Bewegungsstörungen, verzögerte Entwicklung
  • Bei älteren Kindern und Erwachsenen Schläfrigkeit, Verlangsamung, Antriebsstörung, Kopfschmerzen, Übelkeit
  • Normaldruckhydrozephalus: Gangstörung, geistiger Abbau, Harninkontinenz.

Die Erkrankung

Normalerweise wird pro Tag genauso viel Liquor produziert wie abfließt, die Liquormenge ist also immer gleich. Dieses Gleichgewicht kann in jedem Alter gestört sein, etwa wenn ein Tumor die Liquorabflusswege verengt oder die Hirnhäute nach einer Hirnhautentzündung oder Hirnblutung verklebt sind, sodass der Liquor nicht mehr ins Blut gelangen kann. Folge ist ein Liquorstau, der die Gehirnkammern erweitert, den Hirndruck ansteigen lässt und das Gehirn schädigt. Bei kleinen Kindern, bei denen die einzelnen Schädelknochen noch nicht fest miteinander verbunden sind, vergrößert sich außerdem der Kopf.

Eine Sonderform ist der Normaldruckhydrozephalus, der vor allem bei älteren Menschen auftritt und wegen der bei beiden Erkrankungen ähnlichen Gangstörungen gelegentlich als Parkinson-Krankheit fehlgedeutet wird. Eine einmalige Druckmessung ergibt meist einen normalen Druck (daher der Name), mit kontinuierlichen Messungen lassen sich aber wiederkehrende, kurzzeitige Anstiege des Hirndrucks nachweisen. Die Ursache des Normaldruckhydrozephalus ist oft unklar.

Das macht der Arzt

Die Diagnose erfolgt durch CT, Kernspin und in unklaren Fällen durch eine Liquordruckmessung mit einer Drucksonde. Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Ist eine solche feststellbar, wird diese möglichst beseitigt, z. B. durch die Operation einer Fehlbildung oder eines Tumors. Bei einem Verschluss der Liquorwege im Gehirn kann heute oft mikrochirurgisch eine Umgehung angelegt werden. Ansonsten wird ein Liquorshunt eingepflanzt, ein kleiner Katheter, der von einer Hirnkammer durch den Schädelknochen unter die Haut und von dort in den rechten Herzvorhof oder die Bauchhöhle geleitet wird und über den der Liquor abfließen kann.

Ist es noch nicht zu unwiderruflichen Gehirnschäden durch den hohen Hirndruck gekommen und gelingt es, die Ursache zu beheben, sind die Aussichten für eine Besserung der Beschwerden gut.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Nicole Menche | zuletzt geändert am 22.04.2016 um 12:15


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