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Syphilis



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Syphilis (Lues, harter Schanker): Chronische, in mehreren, klinisch sehr unterschiedlichen, Stadien ablaufende Krankheit, hervorgerufen durch das Bakterium Treponema pallidum (Treponemen). Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen während des Geschlechtsverkehrs, aber auch während der Schwangerschaft von der erkrankten Mutter auf das Kind sowie durch Blut und Blutprodukte. Insgesamt nimmt die Verbreitung der Syphilis wieder zu, insbesondere homosexuelle Männer sind betroffen. Bei ausreichender Behandlung ist die Syphilis im Primär- und Sekundärstadium heilbar, im Tertiärstadium kann mit Medikamenten zumindest das weitere Fortschreiten der Krankheit gestoppt werden.

Leitbeschwerden

  • Primärstadium: Münzgroßes, nicht schmerzhaftes Geschwür mit hartem, knorpelartigem Rand im Geschlechtsorganbereich oder an anderer Stelle, geschwollene schmerzlose Leistenlymphknoten
  • Sekundärstadium: Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Haarausfall, plötzliche Heiserkeit, fleckförmiger, nicht juckender Hautausschlag, Fieber, nässende Wärzchen im äußeren Geschlechtsorgan- oder Analbereich
  • Tertiärstadium: Befall innerer Organe, heute nur noch sehr selten vorkommend.

Die Erkrankung

Es dauert durchschnittlich drei Wochen, bis das Primärstadium einsetzt mit einem (seltener mehreren) harten, schmerzlosen und in der Mitte oft nässenden Geschwür meist in der Geschlechtsorganregion. Dieses kann prinzipiell auch an anderen Körperstellen lokalisiert sein und wird als Primäraffekt (harter Schanker) bezeichnet. Kurz darauf schwellen die in der Nähe liegenden (Leisten-)Lymphknoten an. Auch ohne Behandlung verschwindet das Geschwür nach 4–6 Wochen.

Die Bakterien breiten sich nun über die Blutgefäße im ganzen Körper aus und rufen das Sekundärstadium mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber und Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper hervor. Typisch für dieses Stadium ist ein Hautausschlag – vor allem am Körperstamm –, der später knötchenartig wird und insbesondere an Handflächen und Fußsohlen durch seine Schuppung einer Schuppenflechte ähneln kann. Das Sekundärstadium kann lange anhalten und vielfältigste Beschwerden auslösen, wie z. B. Haarausfall, Halsentzündungen und Veränderungen der Mundschleimhaut. Im Geschlechtsorgan- und Analbereich können nässende, juckende Wärzchen (breite Kondylome, Condylomata lata) auftreten, die aber nicht mit den Feigwarzen zu verwechseln sind.

Ohne Behandlung geht die Erkrankung nach etwa fünf Jahren in das Tertiärstadium mit Befall von Herz und Gefäßen und nach 10–20 Jahren in das tödliche Quartärstadium mit Befall des Zentralen Nervensystems über.

Das macht der Arzt

Zum direkten Erregernachweis entnimmt der Arzt einen Abstrich aus dem Geschwür. Zur Sicherung der Diagnose werden Bluttests durchgeführt.

Syphilis wird mit Penizillin behandelt. Da die Erreger einen sehr langsamen Vermehrungszyklus haben, muss das Antibiotikum über drei Wochen eingenommen werden. Alternativ stehen mit den Depotpenizillinen Präparate zur Verfügung, die mehrere Wochen wirken. Bis zur Ausheilung darf kein Geschlechtsverkehr stattfinden und auch nicht gestillt werden. Der Behandlungserfolg wird im ersten Jahr alle drei Monate, dann jährlich kontrolliert.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 08.01.2018 um 15:25


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