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Hypospadie, Epispadie und andere Harnröhrenfehlbildungen



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %
Hypospadie: Endung der Harnröhre an der Penisunterseite, häufigste Fehlbildungen der Harnröhre. Bei der selteneren Epispadie findet man eine offene Harnröhren-Rinne an der Penisoberseite. Weitere Fehlbildungen wie die Harnröhrenduplikatur (doppelt angelegte Harnröhre) oder die bis zur Blase reichende Spaltbildung (Blasenekstrophie) sind noch seltener. Rechtzeitig operiert, ist eine Heilung fast immer möglich.

Vor allem die Epispadie geht häufig mit zusätzlichen anderen Fehlbildungen einher wie Hodenhochstand, angeborenem Leistenbruch sowie Harninkontinenz.

 

Leitbeschwerden

  • Ästhetisch störende Erscheinung der Eichel und des Penis
  • Ablenkung des Urinstrahls
  • Psychische Probleme in der Pubertät
  • Schmerzhafte bis unmögliche Erektion
  • Beeinträchtigung des Wasserlassens und des Samenergusses
  • Nur bei der Epispadie: Unfähigkeit, das Wasser zu halten.

Das macht der Arzt

Therapie der Wahl ist die frühzeitige Operation mit dem Ziel einer ausreichend weiten Mündung der Harnöhre, die auf der Eichel liegen soll. Ferner wird der Penis so gut wie möglich gerade gestellt und es wird für „normale“, faltenfreie Hautverhältnisse auf dem Penis gesorgt.

Bei nur wenig vorgelagerter Harnröhrenmündung (vordere Hypospadie) besteht die Operation aus einem verhältnismäßig unkomplizierten plastischen Eingriff. Bei den hinteren Hypospadien ist die Operation aufwendiger; gelegentlich sind Eigentransplantate aus Vorhaut oder Wangenschleimhaut erforderlich. Bei der Epispadie steht die Herstellung des Wasserhaltens im Vordergrund, um eine spätere Harninkontinenz zu vermeiden. Ausgeprägte Epi- und Hypospadien müssen in zwei Eingriffen operiert werden, um ein einwandfreies Ergebnis zu erreichen.

Bei den Operationen treten häufig Komplikationen (10 %) auf, so Verbindungen zwischen der neuen Harnröhre und der Haut (Fistelbildungen) sowie Verengungen der Harnröhre (Harnröhrenstrikturen). Bei Hauttransplantaten kann es zum Untergang (Nekrose) des Transplantates kommen. Alle diese Komplikationen erfordern eine neue Operation.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 25.04.2016 um 17:54


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