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Peniskrebs



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Peniskrebs (Peniskarzinom): Bösartiger Tumor von Haut und Schleimhaut des Penis (Plattenepithelkarzinom), Vorstufen (Carcinoma in situ) kommen vor. Eher seltener Krebs des Mannes, weniger als 1 % der Krebserkrankungen entfallen auf den Peniskrebs. Vorwiegend tritt er bei Männern ab dem 60. Lebensjahr auf, nur 20 % der Patienten sind jünger. Ursache bzw. Risikofaktoren sind chronische Reizzustände, insbesondere nicht behandelte Vorhautverengungen (Phimosen), unzureichende Genitalhygiene und Veränderungen der Schleimhäute der Eichel. Die Therapie sieht meist eine Teilamputation des Penis vor. Die Prognose ist nur im Frühstadium gut, da der Krebs früh in die Lymphknoten metastasiert.

Leitbeschwerden

  • Flache, wenig erhabene, sichtbar wachsende Rötung
  • Vorhaut lässt sich nicht mehr zurückziehen (Phimose)
  • Tastbare, schmerzlose, derbe Verhärtung unter der Vorhaut (Induration)
  • Blutungen am Penis
  • Schwellung der Leistenlymphknoten.

Wann zum Arzt

In den nächsten beiden Tagen bei den genannten Beschwerden.

Die Erkrankung

Der Peniskrebs geht zu 50 % von der Eichel aus, zu 30 % von den Schwellkörpern und zu 20 % von der Vorhaut. Der Tumor ist häufig sichtbar wachsend und an der Oberfläche schmierig belegt oder geschwürartig verändert. Häufig geht der Betroffene schon mit einer Krebsvorstufe (Carcinoma in situ) zum Arzt, wenn er rötlich-braune, samtene Schleimhautveränderungen an der Eichel (Erythroplasie de Queyrat), weißliche Beläge (Penisplaques) oder sehr groß werdende, blumenkohlartige Hautveränderungen (Buschke-Löwenstein-Papillom) beobachtet.

Im weiteren Verlauf breitet sich der Tumor aus und dringt in Schwellkörper und Harnröhre sowie die regionalen Lymphknoten ein: Bei 60 % der Patienten sind die Lymphknoten der Leistengegend tastbar vergrößert. Eher selten sind dagegen Metastasen in Leber, Lunge und Knochen.

Auffällig ist, dass beschnittene Männer, bei denen sich kein Smegma bildet, praktisch nie Peniskrebs bekommen. Interessant ist auch der Einfluss des Klimas: In feucht-warmen Ländern wie Südostasien und Mittelamerika tritt Peniskrebs 20mal öfter auf als in Mitteleuropa.

Im Tumorgewebe lassen sich sehr oft menschliche Papillomaviren (HPV) nachweisen, ähnlich wie auch beim Gebärmutterhalskrebs der Frau Zervixkarzinom. Die genaue Rolle ist aber bisher unklar.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Sie ist durch die äußere Untersuchung des Penis möglich, wenn der Arzt eine derbe Verhärtung tastet oder typische Hautveränderungen erkennt.

Endgültige Klarheit bringt eine Biopsie (Gewebeprobenentnahme). Die Frage, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, lässt sich per Ultraschall, Kernspin und Laboruntersuchungen klären.

Therapie. In einem frühen Stadium – z. B. bei einem Carcinoma in situ – wird der Tumor lokal z. B. mit dem Laser entfernt. Ist der Peniskrebs bereits fortgeschritten, wird der Penis ganz oder teilweise amputiert (Penektomie), und die Lymphknoten in der Leiste entfernt. Nicht selten fließt dann die Lymphe nicht mehr richtig ab, und es entstehen Lymphödeme (Einlagerung von Lymphflüssigkeit im Gewebe). In der Folge schwellen die Beine an, was z. B. durch die komplexe physikalische Entstauungstherapie behandelt werden kann.

Strahlen- und Chemotherapie helfen nicht viel und werden nur selten eingesetzt. Bei auf die Vorhaut begrenzten Tumoren genügt eine Beschneidung.

Prognose

Sind die Lymphknoten nicht befallen, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate ~ 60 %, wenn sie befallen sind, liegt sie unter 30 %.

Selbsthilfe

Beim Peniskrebs ist bzw. wird durch die Therapie die sexuelle Aktivität eingeschränkt. Auch wenn eine schonende OP möglich war, sind Libido und Erektionsfähigkeit fast immer über Monate hinweg beeinträchtigt. Darum ist eine begleitende Psychotherapie zu erwägen.

Komplementärmedizin

Ausführliche Übersicht zu komplementärmedizinischen Krebstherapien.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 25.04.2016 um 17:47


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