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Redaktion apotheken.de » Krankheiten & Therapie » Herz, Gefäße, Kreislauf

Herzinfarkt kann auch Junge treffen, vor allem bei genetischer Veranlagung.

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Gendefekt kann Auslöser sein


Herzinfarkte bei jungen Menschen gehen oft auf die Stoffwechselkrankheit Familiäre Hypercholesterinämie zurück. Bei früherer Diagnose der Grunderkrankung wären viele Herzinfarkte vermeidbar.

Ärzte der Deutschen Herzstiftung beklagen, dass die Dunkelziffer der Personen mit der genetisch vererbbaren Stoffwechselkrankheit Familiäre Hypercholesterinämie (FH) sehr hoch ist. Nach Schätzungen leiden in Deutschland 160.000 bis 200.000 Patienten an der Stoffwechselkrankheit. Oft erfolgt die Diagnose erst nach einem Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod.

Gefährliche Unkenntnis

Bei der Erkrankung erhöht sich der LDL-Cholesterinspiegel im Blut massiv, sodass es zu Ablagerungen in den Gefäßen kommt. Durchblutungsstörungen und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge. „Unerkannte Fälle leben mit einer, tickenden Zeitbombe‘ in ihrem Blut, weil sich ihre Herzkranzgefäße ungehindert und zunächst unbemerkt bis zum Herzinfarkt verengen können“, warnt Prof. Frank Ulrich Beil, Endokrinologe am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Bei Verdacht schon Kinder testen lassen

Bereits im Kindesalter können die hohen Cholesterinspiegel ihre gefäßschädigende Wirkung entfalten, die in den ersten Jahren ohne Beschwerden verläuft. „Deshalb müssen Familien mit gehäuften Fällen erhöhter Cholesterinspiegel und Herzinfarkten ihre Angehörigen möglichst früh, am besten mit Schuleintritt, auf erhöhte Cholesterinwerte untersuchen lassen“, rät Prof. Beil. Verdacht auf eine FH besteht, wenn der LDL-Wert bei Erwachsenen über 190 mg/dl liegt und mehrere Familienmitglieder früh an Herzinfarkten gestorben sind: Frauen vor 60 Jahren, Männer vor 55 Jahren. „Ein deutliches Warnzeichen für eine Familiäre Hypercholesterinämie sind gelbe Knoten an den Achillessehnen und den Fingergelenken, die man Xanthome nennt.“ Werden bei genetischen Untersuchungen stark erhöhte LDL-Werte nachgewiesen, lassen sich diese mit Hilfe cholesterinsenkender Medikamente (Statine) senken.

Weitere Informationen zur Cholesterinsenkung finden Interessierte im neuen Experten-Ratgeber der Deutschen Herzstiftung „Hohes Cholesterin: Was tun?“. Der Band kann kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/cholesterin.html oder telefonisch unter 069-955128-400.

Quelle: Deutsche Herzstiftung


10.11.2016 | Von: Redaktion apotheken.de; Sandra Göbel; Bildrechte: bikeriderlondon/Shutterstock


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