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Redaktion apotheken.de » Gesund leben » Notfälle und Erste Hilfe

Bei einem Schock zirkuliert das Blut im Kreislauf nicht mehr ausreichend. Ohne schnelle Hilfe droht der Tod.

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Wann spricht man von einem Schock?


Extremsituation für Körper oder Geist


Unter einem Schock verstehen Ärzte und Psychologen unterschiedliche Vorgänge in uns. Beiden Definitionen gemein ist aber: Wer einen Schock erleidet, befindet sich in einer Extremsituation. Eine Übersicht.

Der Begriff „Schock“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In den Grabengefechten des Ersten Weltkriegs erlitten viele Soldaten einen sogenannten „Granatschock“, während später im Vietnamkrieg die „Schocklunge“ (akutes Lungenversagen) häufig als Todesursache herhielt. Die heutige Definition eines Schocks hat dagegen weniger mit Kriegsgeschehen zu tun als vielmehr mit einer medizinisch recht klar umrissenen Kreislaufstörung: Lebenswichtiges Gewebe wird nicht mehr ausreichend durchblutet, wodurch es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommt. Der Betroffene wird in der Folge bewusstlos, es droht Organversagen. Unter anderem folgende Schockformen werden anhand ihrer Ursache unterschieden:

Kardiogener Schock

Beim kardiogenen Schock handelt es sich um eine der häufigsten Todesursachen. Dabei reicht die Pumpleistung des Herzens nicht mehr aus, um die übrigen Organe mit ausreichend Blut und damit Sauerstoff zu versorgen. Ursache ist eine Fehlfunktion des Herzens – zum Beispiel ein Herzinfarkt, eine Herzmuskelentzündung, eine akute Herzrhythmusstörung oder auch eine Lungenembolie.

Hypovolämischer Schock

Zu einem hypovolämischen Schock kommt es, wenn im Körper zu wenig Blut zirkuliert – das Blutvolumen also zu gering ist. Zu Blutverlusten (Blutungen) kann es durch Unfälle, Gewalteinwirkung oder im Rahmen von Operationen kommen. Auch Blutverdünner, die bei vielen Krankheiten therapeutisch verabreicht werden, erhöhen das Blutungsrisiko. Zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder starker Flüssigkeitsverlust durch häufigen Durchfall oder Erbrechen können ebenfalls einen hypovolämischen Schock erzeugen.

Septischer Schock

Bei einem septischen Schock handelt es sich um die schwerste Verlaufsform einer Blutvergiftung – die häufig zum Tod führt. Dabei lösen die Erreger im Blut unter anderem eine Gefäßerweiterung aus, was zu einem Mangel an Blutvolumen im Kreislauf führt. Eine Sonderform ist das Toxinschocksyndrom, das unter anderem Frauen betreffen kann, die ihren Tampon nicht regelmäßig wechseln.

Anaphylaktischer Schock

Der anaphylaktische bzw. allergische Schock ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Das Immunsystem reagiert dabei auf Fremdstoffe, indem es Histamin freisetzt, was wie beim septischen Schock zu einer Gefäßerweiterung führt. Ursache sind meist Medikamente oder Insektenstiche.

Hypoglykämischer Schock

Der hypoglykämische Schock ist kein Schock im eigentlichen Sinne. Hier kommt es nämlich nicht zu einer Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff, sondern mit Glukose – also zu einer Unterzuckerung. Ursache ist für gewöhnlich ein Übermaß an Insulin im Blut, das den Blutzuckerspiegel sinken lässt. Dazu kann es zum Beispiel kommen, wenn Menschen mit Diabetes mellitus sich zu viel Insulin spritzen.

Schock durch psychische Extrembelastung

„Einen Schock erleiden“, „unter Schock stehen“ oder „sich vom Schock erholen“ – umgangssprachlich unterscheidet sich die Bedeutung des Schocks deutlich vom medizinischen Gebrauch. Gemeint ist ein psychischer Schock, der im psychologischen Sinne am ehesten einer akuten Belastungsreaktion entspricht. Dabei schaffen Betroffene es nicht, eine traumatische Krisensituation (zum Beispiel einen Todesfall oder eine schwere Krankheit) eigenständig zu bewältigen. Ein solcher Schock äußert sich unter anderem in haltlosem Weinen, Wutausbrüchen oder Teilnahmslosigkeit und kann in eine chronische Störung wie eine posttraumatische Belastungsstörung übergehen, wenn er über längere Zeit anhält.

Quelle: Gesundheit heute: Krankheit – Diagnose – Therapie (2008). Hrsg: Dr. Arne Schäffler. Knaur Verlag, S. 191–192.


04.10.2017 | Von: Redaktion apotheken.de; Leonard Olbertts; Bildrechte: Lolostock/Shutterstock


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